Die Krankheit Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bösartige Tumore der Bauchspeicheldrüse haben von allen Krebsarten weltweit die schlechtesten Heilungschancen. In Deutschland erkranken pro Jahr 13.000–15.000 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Eine Zunahme der Häufigkeit von Bauchspeicheldrüsenkrebs – besonders bei Frauen – wird beobachtet. Für ca. 95% der Patienten, die an Bauch-speicheldrüsenkrebs erkranken, ist die Aussicht auf Heilung gering.

Gutartige Tumorvorstufen des Bauchspeicheldrüsenkrebses
Gutartige Tumorvorstufen der Bauchspeicheldrüse wurden erstmals 1982 durch japanische Kliniker beschrieben. Seit dem sind zystische Neoplasien der Bauchspeicheldrüse intensiv untersucht und mehrere Unterformen beschrieben worden. Zystische Neoplasien bestehen aus IPMN (Intraduktale papilläre muzinöse Neoplasien), MCN (Muzinös zystische Neoplasien), SPN (Solide pseudopapilläre Tumore) und SCA (serös zystische Adenome). Schon länger bekannt sind neuoendokrine Tumore der Bauchspeicheldrüse.

Gutartige zystische Neoplasien und neuroendokrine Tumore der Bauchspeicheldrüse werden in der Zwischenzeit durch hochempfindliche Untersuchungsgeräte (CT, MRT, Endosonografie) häufig gefunden, ohne dass sie zuvor Beschwerden verursacht haben. IPMN, MCN und SPN gelten als potentiell bösartige Tumore, ebenso wie neuroendokrine Tumore der Bauchspeicheldrüse. Tumore unter 1 – 2 cm werden häufig zufällig entdeckt, ohne Beschwerden zu verursachen. Tumore über 2 cm verursachen in der Regel durch langsames Wachstum zunehmend Beschwerden. Gutartige zystische oder neuroendokrine Tumore, die Beschwerden verursachen, müssen operiert werden. Patienten mit gutartigen zystischen Neoplasien und neuroendokrinen Bauchspeicheldrüsentumoren werden durch eine operative Entfernung geheilt.

Allerdings gibt es bei IPMN Tumore Formen mit mehreren Wachstumsorten in der Bauchspeicheldrüsen, die zum Wiederauftreten auch nach operativer Entfernung neigen. Die operative Entfernung von gutartigen zystischen Neoplasien und neuroendokrinen Tumoren befreit die Patienten von der Entwicklung eines Bauchspeicheldrüsenkrebses.

Durch lokale, nur auf die Entfernung des gutartigen Tumors gerichtete kleinere Operationsverfahren (Tumorenukleation, Pankreasmittelsegmentresektion, duodenumerhaltende Pankreaskopfresektion) ist das Risiko postoperativer Komplikationen und das Sterbensrisiko durch operative Komplikationen minimal. Die Bauchspeicheldrüsenfunktion mit Regulierung des Blutzuckers und Produktion von Verdauungsenzymen wird nicht beeinträchtigt – im Gegensatz zu großen onkologischen Multiorgan-Tumorentfernungen, wie Whipple’sche Operation. Wichtiges Ziel der Aktivitäten der Stiftung ist Aufklärung der Ärzte über die gutartigen Vorstufen von Bauchspeicheldrüsenkrebs in Deutschland und international, um die Häufigkeit von Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse sicher zu vermindern.